Südlohner Spielleute gewinnen Pokal
Velen (mge). Gegen 20 Uhr gestern Abend stand es fest: Zum dritten Mal in Folge sind die Spielleute aus Südlohn Gewinner des Grenzlandpokals. Mit 575,5 Punkten sicherten sie sich in der Gesamtwertung erneut den ersten Platz vor dem Spielmannszug Ramsdorf (560,5) und den Musikern aus Oeding (544,5). Ausrichter des Grenzlandpokalwettbewerbs 2010 wird der Spielmannszug Vardingholt-Kirche sein, der in der Gesamtwertung auf Platz 6 landetet.
Gestern waren die Velener Spielleute zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Gastgeber. Und über Arbeit haben sie sich daher in den vergangenen Tagen auch nicht beklagen können. Die Velener waren beim Pokalwettstreit im vergangenen Jahr in Bocholt die Bestplatzierten, die nach den Richtlinien der Grenzland-Interessengemeinschaft den nächsten Wettstreit ausrichten. Bürgermeister Ralf Groß-Holtick hatte die Schirmherrschaft übernommen.
Jürgen Werner, bei den Vereinigten für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, freute sich, dass bis zum Wettbewerb alles so glatt gelaufen war. „Wir haben uns bei den Vereinen umgehört, die so etwas schon organisiert haben“, berichtet er. Die Thesingbachhalle war der Austragungsort der Wettbewerbe, bis auf das Musizieren in Bewegung, dass auf einer Wiese hinter der Andreas-Schule stattfand. Auf dem Schulhof selbst konnten die Spielleute sich in Zelten und unter einem großen Fallschirm einspielen.
Insgesamt waren zwölf Vereine mit etwa 650 aktiven Musikerinnen und Musikern aus dem gesamten Grenzland angetreten. Gewertet wurde in den Marschklassen A, B und C, in der Jugend-, Schüler- und Konzertklasse sowie als neue Disziplin das Musizieren in Bewegung.

Punkte addieren war angesagt, während bei den Spielleuten am Abend mit jeder Minute die Spannung stieg.
Während die Wertungsrichter Robert Brenner (Rhythmik) und Dietmar Späthe (Flötisten) bei den anderen Klassen vor allem die musikalischen Qualitäten der Vorträge bewerteten, kamen bei der Marschierklasse noch andere Kriterien ins Spiel. Hier ging es auch um die Tragweise der Instrumente, den Gleichschritt, die Haltung und den Gesamteindruck. Außerdem floss die Arbeit des Stabführers mit in die Bewertung ein. Für ungewollte Heiterkeit sorgte beim Auftritt des SZ Südlohn der „geistliche Segen“ des Pastors aus der benachbarten evangelischen Kirche. Die Funkfrequenz war wohl durcheinandergeraten.
Die Vielzahl der Wertungen stellten hohe Anforderungen an die Wertungsrichter, aber nicht geringere Strapazen auch für die Musiker. Insgesamt wurden bei den meisten Auftritten hervorragende Leistungen geboten. Da entschieden oft Kleinigkeiten über die zu vergebenden Punkte.
Sehr unterschiedlich waren die Auftritte der einzelnen Vereine. Die kleineren wie die Morssenhooker kamen mit drei Trommlern aus, andere wie Ramsdorf, Heiden oder Südlohn fuhren neben mehreren Kesselpauken auch erweitertes Schlagzeug und Stabspiele auf. Letztlich entscheidend aber war die musikalische Darbietung selbst. Besonders erfreulich: zahlreiche Jugendliche musizieren in den Vereinen, was das landläufige Vorurteil vom Jugendlichen widerlegt, der sich nur beschallen lässt.

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Und so spielten sich die Musiker des Spielmannzuges Südlohn gestern erneut an die Spitze.
Quelle: Borkener Zeitung, 05. April 2009
Link: Grenzlandwettstreit 2009 in Velen
Link: Münsterlandzeitung "Südlohner Spielleute an der Spitze"
