Gemeinsam im Dienst der guten Sache

Oeding, Dienstag, 15. April 2008 - Zweifellos sind Dirigenten großer und guter Orchester und Musikgruppen auch ein Stück weit Selbst-Darsteller. Das ist durchaus im positiven Wortsinn gemeint. Und das muss auch so sein - wie könnte sonst ein "Klang-Körper", der aus 50 bis 70 Individualisten und Einzelpersönlichkeiten besteht, eine eigene und unverwechselbare musikalische Handschrift entwickeln? Das gilt selbstverständlich auch für die drei großen Musikvereine Südlohns und deren Dirigenten: für Christian Köhler von der Musikkapelle Südlohn, Helmut Osterholt vom Spielmannszug Oeding und Michaela Hayk von den Südlohner Spielleuten.


Gemeinsam aktiv

Wenn sich diese Drei mit ihren jeweiligen Formationen gemeinsam in den Dienst einer guten Sache stellen - wie am Samstagabend in der Oedinger Jakobihalle geschehen - dann hat nicht allein das begeisterte Publikum etwas davon, sondern in diesem Fall auch der "Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster".

Dieses Gemeinschaftskonzert der Musikkapelle und der beiden Spielmannszüge stand unter dem Motto "gemeinsam aktiv für eine gute Sache". Sämtliche Einnahmen aus Eintrittskarten und Getränkeverkauf werden an den Verein zur Förderung krebskranker Kinder gehen.

Dessen Schatzmeister Rainer Schwital (Borken) hatte es sich nicht nehmen lassen, gemeinsam mit seinem Sohn Freddy zu kommen. Im Gespräch mit Nils Böckenhoff berichtete Schwital, wie er mit dem Münsteraner Verein, der im Dezember 1982 gegründet wurde und heute mehr als 500 Mitglieder zählt, in Kontakt kam: Der Sohn war im Jahre 2000 krank geworden und musste in die Universitäts-Kinderklinik nach Münster. Der Verein zur Förderung krebskranker Kinder nahm sich des Jungen an, trug dazu bei, die lange Zeit der Behandlung mit ihren großen körperlichen und seelischen Strapazen erträglicher zu gestalten.

Der Kontakt blieb auch nach der Gesundung Freddys erhalten, und sein Vater engagierte sich weiter. So kam es zum Kontakt mit der heimischen Musikszene - und schließlich zum gemeinsamen Benefizkonzert in der gut gefüllten Jakobihalle.

Auf hohem Niveau

Über dessen Qualität ist rasch Auskunft gegeben: Es war bei allen drei Formationen - ob gemeinsam oder allein in Aktion - wieder der hohe Standard, an den sich die ambitionierten Musikhörer in beiden Ortsteilen längst gewöhnt haben, auch wenn mitunter wegen der mehr als mäßigen Hallen-Akustik mancher Ton im wahrsten Sinn des Wortes "auf der Strecke" blieb. Aber das kann schließlich den Musikern nicht angelastet werden. geo


Quelle: Münsterland Zeitung (Südlohn)