Steubenparade 1985
Ein Traum wurde Wirklichkeit! Am Freitag den 20.09.1985 flog der Südlohner Spielmannszug nach New York, um dort das größte Ereignis in der Vereinsgeschichte zu feiern. Die Spielleute nahmen an der 28. Steubenparade teil, die alljährlich auf der Fifth Avenue im Herzen New Yorks stattfindet.
Die Steubenparade ist ein Mammutspektakel, das alljährlich am dritten Samstag im September auf der Fifth Avenue, der nach dem Broadway berühmtesten Straße New Yorks, stattfindet. Diese Parade stellt ein Zeichen der Verbundenheit dar, die zwischen Deutschen und Amerikanern besteht. Sie ist nach dem deutschen General Baron von Steuben benannt, der im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg die Truppen ausbildete, die George Washington zum Sieg gegen die britische Kolonialmacht verhalfen. Die Steubenparade findet in den deutschen und amerikanischen Medien alljährlich großes Interesse, sie steht u. a. im Mittelpunkt der Berichterstattung einer großen amerikanischen Fernsehgesellschaft.
Die Idee zur Teilnahme an diesem Ereignis wurde beim überwältigenden Empfang der Südlohner nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft im Sommer vergangenen Jahres geboren. Als dann einige Wochen später das damalige Mitglied des Landtages und Mitbegründer des Spielmannszuges, Paul Schmitz, sich mit einer Wirtschaftsdelegation in Amerika aufhielt, kam es zu einer Begegnung mit dem deutschen Generalkonsul, Dr. Dunker. Bei dieser Begegnung wurden die ersten Bande in Richtung Teilnahme der Südtohmer an der Steubenparade geknüpft. Am 25. Oktober erfolgte dann die offizielle Einladung zur Teilnahme durch das Komitee der 28. Steubenparade.
Allerdings konnten die Amerikaner den Südlohnern keinerlei finanzielle Unterstützung zukommen lassen, da sich ihre Veranstaltung ausschließlich aus privaten Quellen finanziert. Doch dank der großzügigen Unterstützung durch zahlreiche Spender und persönlichen finanziellen Opfern der einzelnen Mitglieder konnte das Vorhaben schließlich realisiert werden.
Nach ihrer Ankunft am Freitag in New York wurden die Südlohner sofort von der States-Herold-Tours in Empfang genommen. Diese Organisation betreute seinerzeit seit 25 Jahren deutsche Gruppen, die an der Steubenparade teilnehmen und kümmerte sich auch um den Ablauf des Programms der Südlohner. Der Samstag stand ganz im Zeichen der Steubeaparade; die sich unmittelbar an einen deutschsprachigen Gottesdienst in der St. Patrick's Kathedrale anschloss. Die Parade dauerte den ganzen Tag. Am Abend folgte dann eine Begegnung mit einem deutschamerikanischen Verein, bei der der Spielmannszug ein weiteres Mal sein Können zeigte. Am Sonntagmorgen unternahmen die Teilnehmer eine Stadtrundfahrt um New York kennenzulernen. Der Nachmittag stand im Zeichen einer Nachfeier der Steubenparade auf dem Franklinsplatz, an der angeführt 6000 Deutsch-Amerikaner teilnahmen.
Am Montag und Dienstag wurden noch zahlreiche Besichtigungen durchgeführt, bevor es am Mittwoch nach Washington ging. Hier fanden ebenfalls eine Stadtrundfahrt und Besichtigungen statt. Außerdem brachte der Spielmannszug noch ein musikalisches Ständchen vor dem Kapitol. Dieses Rufspiel war mit einem Empfang durch einen amerikanischen Senator verbunden.
Die Rückreise, die am Freitag anstand war überschattet von „Gloria“, einem über die Ostküste fegenden Hurrikan. „Seit fünf Uhr morgens wurden ständig in kurzen Abständen die neuesten Nachrichten über den Sturm im Fernsehen gesendet“, berichtete Josef Frechen. „Die Straßen waren leergefegt, obwohl man in der Stadt von der gesamten Wucht des Hurrikans nicht so viel merkte.“
Mit 90 Minuten Verspätung trafen die Spielleute am Samstag um 10 Uhr -begrüßt mit Glockengeläut- wieder in Ihrer Heimatgemeinde ein.







