4. Deutsches Musikfest 2007, Würzburg
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Es gab eine Zeit,
in der ein Reisender, wenn er den Willen besaß und auch nur einige der Geheimnisse kannte, mit seinem Boot auf den Sommersee hinausfahren konnte und nicht im Glastonbury der Mönche ankam, sondern auf der Heiligen Insel Avalon. Damals trieben die Pforten zwischen den Welten in den Nebeln und waren in beide Richtungen offen - wie der Reisende es dachte und wollte. Es ist das große Geheimnis, das in unserer Zeit jeder Wissende kannte: Die Menschen schaffen die Welt, die uns umgibt, durch das, was sie denken, jeden Tag neu. ....."
aus: Marion Zimmer Bradley, "Die Nebel von Avalon"
| Mit diesen Worten beginnt die musikalische Reise durch eine Zeit und eine Gegend, in der es Feen, Elfen, Druiden und Ritter gab. In dieser Komposition wird versucht die Mysterien und Legenden, die eben diese Zeiten ausmachen, zu erzählen. Einer Zeit, die heute oft auch als „das goldene Zeitalter“ benannt wird. Unvergessen sind König Arthus, Merlin, die Ritter der Tafelrunde, Sir Lancelot und natürlich das magische Schwert Excalibur. | ||
| Doch weitaus weniger bekannt ist die Insel Avalon, eine Insiel, von der Kräfte ausgehen sollen, die kein Sterblicher zu verstehen mochte. Eine Insel, die die Geschicke der Menschen der damaligen Zeit lenkte. Viele Legenden ranken sich um diesen Ort, doch wo genau diese Insel sich befand, konnte niemals eindeutig geklärt werden. Avalon war eine Erscheinung der alten Welt, des alten Glaubens, der eben in dieser Zeit in heftige Konflikte mit dem aufkeimenden Christentum geriet und schließlich von ihm besiegt wurde. Die Insel verschwand für ewige Zeiten im Nebel der Geschichte. | | |
![]() | Camelot, der Traum von der goldenen Stadt, die König Arthus erbauen ließ. Hier war die Heimstätte der Tafelrunde. Das höfische Leben fand hier seinen Höhepunkt. Auch der heilige Gral soll nach Überlieferungen für einige Zeit in Camelot aufbewahrt worden sein… doch die Spuren verlieren sich. Feste wurden hier gefeiert, Ritter und Edelmänner waren das natürliche Bild der Stadt und Burg. | |
| Eine der wohl ungeklärtesten Persönlichkeiten ist Merlin. Ein Zauberer, ein Druide, Hexenmeister, Lenker des Weltgeschehens… viele Namen hat man ihm gegeben. Doch seine währe Gestalt und Persönlichkeit ist so diffus, wie auch die Mythen und Legenden um ihn. Zu erklären vermag man ihn nicht, doch ist Merlin in den Legenden unvergessen. | ![]() | |
![]() | Der größte Feind und Schiksalsüberbringer für Arthus, war sein eigener Sohn: Mordred. Was wirklich zwischen diesen beiden Menschen stand ist unklar, keine der Mythen und Legenden bringt hierüber Aufklärung. Doch eines ist allen gleich: Am Ende fand ein erbitterter Zweikampf zwischen Arthus und Mordred statt, in dem Mordred das magische Schwert Excalibur für sich beanspruchte. Diesen Kampf überlebten beide nicht. Excalibur versand in den Fluten des Sommersees. | |
Mit dem Tod von Arthus endete die alte Welt, Avalon verschwand in den Nebeln des Sommersees. Das Christentum übernahm Britannien, und weder Excalibur noch die Insel wurden jemals wiedergesehen. Auch die wahre Geschichte verlor sich immer mehr in den Nebeln der Zeit. Was wirklich geschah liegt im Verborgenen. Vielleicht ist eine der Antworten in Glastonbury zu finden, wo einst Avalon gewesen sein soll.
Diese Komposition erzählt einige der überlieferten Legenden und beginnt mit der Überfahrt und dem Erreichen der Insel Avalon. Ebenso beschreibt dieser 1. Satz die Anmut, der dot lebenden Priesterinnen und die Überwältigung des Besuchers. Der 2. Satz soll die Eindrücke beschreiben, die ein Reisender bekommt, wenn er die „goldene Stadt“ Camelot besucht. Feste und Ritterspiele finden statt, deren Klänge schon von weitem das Umland erfüllen. Der 3. Satz ist ganz Merlin gewidmet. Nicht nur seine Person soll beschrieben werden, sondern auch die Unklarheit und diffusen Überlieferungen seines Charakters und seiner Gesinnung. So hat dieser Satz einen eher ruhigen nachdenklichen Charakter, der zugleich die Zwiespältigkeit des Charakters deutlich machen soll. Der Kampf um Excalibur ist im 4. Satz verankert, in dem der mittelalterliche Charakter des Schwertkampfes deutlich wird. Etwas schwerfällig kommt er daher, Rüstungen und Breitschwerter fordern ihren Tribut. Dennoch, schnell sind die Hiebe und wechseln die Seiten. Der Kampf endet, ebenso die Alte Welt. Im 5. Satz verliert sich Avalon für immer im Nebel, kurz kann man noch die Anmut spüren, doch immer weiter entfernt sich die Insel im Nebel, immer leiser werden die Eindrücke.
Quelle: Steffi Bonnke
Mitschnitt unseres Auftrittes auf dem Deutschen Musikfest.
Aufgrund des schwachen Mikrofons des Camcorders veröffentlichen wir hier zusätzlich eine Tonaufnahme aus diesem Jahr:
Link: Triptych
Link: Deutsches Musikfest 2007



